Die 10 Vorteile eines professionellen Lektorats
Mai27

Die 10 Vorteile eines professionellen Lektorats

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag von Mag. Dr. Melanie Knünz. Endlich ist der Text fertig, lange hat man daran gearbeitet, er hat einige graue Haare gekostet. Aber man wähnt seinen Text fertig. Doch weit gefehlt: Nach dem Verfassen des Textes geht es erst richtig los – nämlich mit dem Lektorat, das einen Text erst so richtig zum Glänzen bringt. Wer meint, dass nach dem mühsamen und anstrengenden Verfassen des Textes so gut wie alles erledigt ist, täuscht sich. Auch wenn man noch ein oder zwei Mal über den Text liest und grobe Schnitzer ausbessert, der Text sollte vor einer Veröffentlichung egal welcher Art professionell geprüft werden. Schnell mal die Freundin drüber lesen zu lassen, die Germanistik studiert, gut in Rechtschreibung ist und sich auch mit Satzzeichen ganz gut auskennt – das reicht bei weitem nicht aus. Ein professionelles Lektorat von einem fachkundigen Lektor bietet viele Vorteile und ist kein Luxus. Diese Vorteile sind nicht zu unterschätzen, wenn man einen sprachlich und inhaltlich einwandfreien Text benötigt. Zum Beispiel das E-Book eines Self-Publishers, der Text fürs Web, das Manuskript an den Verlag etc. 1. Der Lektor vom Fach Bei der Wahl des Lektors sollte darauf geachtet werden, dass er vom Fach ist, d.h. im idealsten Fall das Fachthema der zu lektorierenden Arbeit studiert hat oder zumindest andere Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt hat (durch ehrenamtliche Tätigkeiten z.B.). Dadurch ist garantiert, dass der Lektor auch inhaltliche Ungereimtheiten und Auffälligkeiten (wie z.B. fehlende Quellenangabe bei einem direkten Zitat in einer wissenschaftlichen Publikation) findet und ausmerzt. 2. Nicht nur korrigieren, sondern optimieren Ein Lektor bearbeitet den Text über den Umfang eines Korrektorats hinaus: Neben Überprüfung von Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik setzt er sich auch mit dem großen Ganzen auseinander. Er optimiert den Stil und Ausdruck des Textes der Zielsetzung entsprechend. Das heißt, er achtet z.B. auf einen dem Fachjargon angepassten Schreibstil in einem Zeitschriftenbeitrag für ein wissenschaftliches, internationales Journal oder ersetzt umgangssprachliche Formulierungen in einem Geschäftsbericht. Anders hingegen in einer Seminararbeit eines Studenten: Hier wird ein Lektor auf klare, verständliche Sprache und auf die Definition von häufig verwendeten Fachbegriffen achten. 3. Lesbarere Texte Das Lektorat deckt unschöne Wortwiederholungen auf und ersetzt sie durch passende Synonyme. Lange, unverständliche Satzungetüme werden entwirrt und Schachtelsätze mit mehreren Nebensätzen in einfache, kurze aufgelöst. Dadurch erhöht sich deutlich die Lesbarkeit des Textes. Denn ein Text ist immer noch und als Allererstes für den Leser da, der in verstehen sollte! 4. Zusätzliche Überprüfung von Struktur und Gliederung Ein Lektor prüft auch die Gliederung und Struktur einer Arbeit und gibt Verbesserungsvorschläge, wo es nachträglich noch nötig und sinnvoll ist. Auch im Vorfeld einer Textarbeit kann ein Lektor...

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Wie verkaufe ich als freier Texter oder Journalist meine Texte? (Teil 1: Kunden finden)
Feb03

Wie verkaufe ich als freier Texter oder Journalist meine Texte? (Teil 1: Kunden finden)

Wie verkaufe ich meine Texte? Das ist wahrscheinlich die brennendste Frage, die sich freiberufliche Texter und Journalisten stellen. Denn wer nicht lernt, seine Arbeit zu verkaufen, wird damit kein Geld verdienen. Mir ist bewusst, dass es mittlerweile einige Text-Plattformen gibt. Diese versprechen Textern die Arbeit der Kundenakquise abzunehmen. Die Fülle an Aufträgen, die man dort generieren kann, scheint tatsächlich endlos. Die Honorare sind aber gering. Oft springen dabei nur ein paar Euro pro Text heraus. Was, worüber und wie viel man dort schreibt, sollte man sich daher genau überlegen. Während ein paar Euro als Nebenverdienst für Hobby-Schreiberlinge okay sein mögen, wird es für Profis äußerst schwer sein, das Leben damit zu finanzieren. Zudem ist das vielleicht nicht gerade das, was du machen willst, wenn du mehr journalistisch arbeiten willst und weniger als PR-Texter. Ob nur das Geld dich treibt oder auch dein journalistischer Traum ist aber egal. So oder so wirst du (auch) andere Auftraggeber akquirieren müssen. Und wie das geht, möchte ich in dieser Serie vorstellen. 1. Schritt: Spezialgebiete festlegen Viele freiberuflichen Texter und Journalisten werden sich an dieser Stelle denken: „Wieso soll ich mich spezialisieren. Wenn ich mich in ein Thema verbeiße und sorgfältig recherchiere, dann kann ich über alles schreiben! Daher würde ich jeden Auftrag annehmen, der gut bezahlt wird.“ Dieser Gedanke ist aber wirtschaftlich etwas zu kurz gedacht. Angestellte Redakteure oder PR/Werbe-Texter können nach so einem Schema vorgehen. Sie erhalten pünktlich am Monatsende verlässlich ihren Lohn. Ob sie für einen Text eine Stunde, fünf Tage oder drei Wochen recherchiert haben, ist dabei irrelevant. Solange der Arbeitgeber ihnen nicht kündigt und eine wochenlange Recherche für gut heißt, steht dem nichts im Wege. Die Angestellten können ja ihre Miete sicher zahlen. (Eine Anmerkung in eigener Sache, um angestellte Kollegen nicht zu verärgern, die tagtäglich unter Zeitdruck stehen: Mir ist aus eigener Erfahrung bewusst, dass lange Recherchezeiten – vor allem im Tageszeitungsbereich – leider immer seltener ermöglicht werden und diese Arbeit neben den regelmäßigen Veröffentlichungen verlangt wird. Dennoch gilt das Prinzip: Zeit ist bei Angestellten nur für den Arbeitgeber Geld. Für die freiberuflichen Texter und Journalisten geht es um ihre eigene Zeit, also auch ums eigene Geld.) Was heißt diese Feststellung für freie Texter und Journalisten: Wenn ich ein Thema habe, bei dem ich mich nicht auskenne, brauche ich länger, um zu recherchieren. Bin ich aber Experte auf einem Gebiet, so benötige ich weniger Zeit und kann mehr Beiträge in der gleichen Zeit verfassen. Und das Wichtigste: Die Qualität der Beiträge leidet dennoch nicht. Ein weiterer Pluspunkt an einem Spezialgebiet ist folgender: Meistens bin ich ja nicht ohne Grund Experte auf einem Gebiet, sondern ich bin es, weil...

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Themensuche: Techniken für freiberufliche Texter, Journalisten, Autoren
Jan29

Themensuche: Techniken für freiberufliche Texter, Journalisten, Autoren

Die Themensuche ist ein wichtiges Erfolgskriterium für freiberufliche Journalisten, Texter und Autoren. Warum? Ohne Thema habe ich keinen Anhaltspunkt für einen Beitrag und in der Folge auch nichts, das ich verkaufen kann. Wie löse ich dieses Problem? Die folgenden Techniken haben sich für viele Freelancer bewährt: 1. Raus aus dem Büro Eines ist klar, wir leben im 21 Jahrhundert und dank des Internets liegen viele Themenansätze auch in den unendlichen Weiten des Webs begraben. Dennoch sollte man diese altbewährte Technik nicht vernachlässigen. Abgesehen davon, dass ein ausgedehnter Spaziergang den grauen Zellen wieder einmal Sauerstoff zuführt und die Kreativität nur so sprühen lässt, liegt für Freelancer im Textbereich das Geld tatsächlich auf der Straße – nämlich in Form von guten Geschichten… Am augenscheinlichsten trifft dies natürlich auf Lokaljournalisten zu. Jede Baustelle, jedes Ereignis (Flashmob, Unfall, etc.) kann für Regionalmedien interessant sein. Der Blick sollte sich jedoch nicht nur darauf beschränken. Praktisch alles, was es zu beobachten gibt, könnte für das eine oder andere Medium von Interesse sein. Mit der Hilfe von ein paar Beispielen, will ich erklären, was ich meine: Du siehst im Park ein paar Kinder mit ferngesteuerten Benzinautos spielen. Für dieses Hobby gibt es sicherlich mehrere Fachzeitschriften. Mögliche Themen: Ein Service-Artikel, der diese Frage beantwortet: Welche dieser Autos sind für Kinder geeignet? Oder ein Beitrag für Testzeitschriften/Webportale (z. B.: Stiftung Warentest): Ein Artikel über die besten für Kinder geeigneten ferngesteuerten Benzinautos. (Eine Mehrfachverwertung liegt bei diesem Beispiel für eine einmal geleistete Recherchearbeit auf der Hand. Was das bedeutet, erkläre ich bald in einem eigenen Beitrag.) Was fällt dir zu dem Bild noch ein? Reportagen in Elternzeitschriften/Publikumsmedien/Regionalmedien zur Modell-Benzinauto-Szene und dem Nachwuchs darin (falls es eine solche Szene gibt). Und, und, und… Du siehst deine betagte Nachbarin, wie sie sich mit Krücken durch das Stiegenhaus quält. Ihre letzte Hüftoperation ist nämlich noch nicht lange her. Mögliche Aufhänger: Für Medien mit Senioren als Zielpublikum-> alle Themen rund um Hüft-OPs: Verhalten zum Unterstützen des Heilungsprozesses; Wann ist eine Hüft-OP nötig, was bringt sie, bis zu welchem Alter ist sie ratsam etc.; Mit welchen Leistungen unterstützt die Krankenkasse Senioren bei Hüft-OPs, welche Kosten kommen auf einen selbst zu (als Ideen für Servicegeschichten). Weil dir auch der fehlende Aufzug auffällt, bietet sich vielleicht auch dazu eine Geschichte an… Beide Bilder könnten natürlich noch zu viel besseren Ansätzen führen, wenn du mit den beteiligten Personen ins Gespräch kommst. Dass einem die Nachbarin viel über Leidenswege, tolle oder miserable Ärzte/Reha-Kliniken, Probleme und Fragen rund um Hüft-OPs und Krankenkassa-Leistungen erzählen kann, wird einleuchten. Das eine oder andere „heiße“ Thema ist vielleicht dabei. Auch bei den Kindern können die Beobachtungen durch ein Gespräch noch einen viel interessanteren...

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Einleitung: Die Idee hinter texten-im-web.com
Jan23

Einleitung: Die Idee hinter texten-im-web.com

Schreiben ist oft Leidenschaft. Das ganze freiberuflich zu tun, klingt dazu fast noch heroisch. Man fühlt sich zugehörig zu den Freigeistern, den Kreativen, hat aber dennoch ein Business. Viele Texter fühlen sich dazu berufen. Aber ist es auch ein Beruf mit dem man ein solides Einkommen erzielen kann? Damit meine ich nicht, Texte für ein paar Euros zu verkaufen und damit ein bisschen „nebenher“ zu verdienen. Ich spreche von einem richtigen Einkommen, einem von dem man leben kann. Die Antwort auf diese Frage ist ein klares „Ja, aber“: Ja, aber man muss 1. das Handwerk des Schreibens beherrschen und 2. man muss sich verkaufen können. Handwerk? Verkaufen? Klingt nicht nach freien, kreativen, heroischen Geistern Oft wird das Schreiben guter Texte mit einem gewissen Talent gleichgesetzt. Wer dies dank rätselhafter Zufälle besitzt, kann auch schreiben. Diese Annahme ist aber falsch. Mit Sicherheit gilt: Sprachtalent ist absolut von Vorteil. Es besteht aber ein großer Unterschied, ob sich jemand schriftlich nett ausdrücken kann oder das Handwerk versteht. Dieser Unterschied trennt den talentierten Laien vom Profi. Handwerk des Schreibens: Was steckt dahinter? Es gibt kommunikationstechnische Feinheiten, die einen Text so wirken lassen, wie er wirken soll. Das heißt: Für jeden Text gibt es eine Zielgruppe, die entsprechend anvisiert werden muss. Und gibt es eine Zielgruppe, so gibt es automatisch auch ein Ziel. Daher wurden die unterschiedlichen Darstellungsformen entwickelt. Diese zu kennen und in der richtigen Sprache der Zielgruppe umzusetzen, ist ein Teil des Handwerks. Ich will das an einem Beispiel verdeutlichen: Die meistgenutzte Darstellungsform im Journalismus ist die Nachricht. Diese muss bestimmte Elemente beinhalten – Aktualität, allgemeines Interesse und einen formalen Aufbau. Allerdings muss die gewählte Ausdrucksform, Informationsauswahl und -aufbereitung die Zielgruppe berücksichtigen. Das heißt: Eine Nachricht mit der gleichen Information als Inhaltsausgangspunkt wird vielleicht gleichzeitig in der Bild und in der FAZ abgedruckt. Während die Elemente Aktualität, allgemeines Interesse und formaler Aufbau gleich sein werden, unterscheidet sich die Aufbereitung der Nachricht in diesen beiden Medien jedoch deutlich. Das liegt an der Zielgruppenansprache. Durch die Zielgruppe, hat sich auch das Ziel leicht verändert. Beiden ist gemein, dass sie eine breite Öffentlichkeit über Ereignis X informieren will. Allerdings kann die FAZ davon ausgehen, dass ihre Zielgruppe auch Hintergrundinformation zum Ereignis haben will. Diese zu liefern, ist somit Teil des Ziels. Die Zielgruppe der Bild erwartet hingegen einen kurzen, knappen Text, der zu allererst das Ereignis X auf den Punkt bringt, sowie ein spektakuläres Foto davon. Was im Journalismus gilt, gilt auch bei allen anderen Arten der schreibenden Tätigkeit. Das fertige Produkt muss sein Ziel erreichen. Daran wird die (wirtschaftliche) Qualität der Arbeit bemessen. Will man einen Text verfassen, der ein Produkt verkauft, so muss...

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