Wie verkaufe ich als freier Texter oder Journalist meine Texte? (Teil 1: Kunden finden)
Feb03

Wie verkaufe ich als freier Texter oder Journalist meine Texte? (Teil 1: Kunden finden)

Wie verkaufe ich meine Texte? Das ist wahrscheinlich die brennendste Frage, die sich freiberufliche Texter und Journalisten stellen. Denn wer nicht lernt, seine Arbeit zu verkaufen, wird damit kein Geld verdienen. Mir ist bewusst, dass es mittlerweile einige Text-Plattformen gibt. Diese versprechen Textern die Arbeit der Kundenakquise abzunehmen. Die Fülle an Aufträgen, die man dort generieren kann, scheint tatsächlich endlos. Die Honorare sind aber gering. Oft springen dabei nur ein paar Euro pro Text heraus. Was, worüber und wie viel man dort schreibt, sollte man sich daher genau überlegen. Während ein paar Euro als Nebenverdienst für Hobby-Schreiberlinge okay sein mögen, wird es für Profis äußerst schwer sein, das Leben damit zu finanzieren. Zudem ist das vielleicht nicht gerade das, was du machen willst, wenn du mehr journalistisch arbeiten willst und weniger als PR-Texter. Ob nur das Geld dich treibt oder auch dein journalistischer Traum ist aber egal. So oder so wirst du (auch) andere Auftraggeber akquirieren müssen. Und wie das geht, möchte ich in dieser Serie vorstellen. 1. Schritt: Spezialgebiete festlegen Viele freiberuflichen Texter und Journalisten werden sich an dieser Stelle denken: „Wieso soll ich mich spezialisieren. Wenn ich mich in ein Thema verbeiße und sorgfältig recherchiere, dann kann ich über alles schreiben! Daher würde ich jeden Auftrag annehmen, der gut bezahlt wird.“ Dieser Gedanke ist aber wirtschaftlich etwas zu kurz gedacht. Angestellte Redakteure oder PR/Werbe-Texter können nach so einem Schema vorgehen. Sie erhalten pünktlich am Monatsende verlässlich ihren Lohn. Ob sie für einen Text eine Stunde, fünf Tage oder drei Wochen recherchiert haben, ist dabei irrelevant. Solange der Arbeitgeber ihnen nicht kündigt und eine wochenlange Recherche für gut heißt, steht dem nichts im Wege. Die Angestellten können ja ihre Miete sicher zahlen. (Eine Anmerkung in eigener Sache, um angestellte Kollegen nicht zu verärgern, die tagtäglich unter Zeitdruck stehen: Mir ist aus eigener Erfahrung bewusst, dass lange Recherchezeiten – vor allem im Tageszeitungsbereich – leider immer seltener ermöglicht werden und diese Arbeit neben den regelmäßigen Veröffentlichungen verlangt wird. Dennoch gilt das Prinzip: Zeit ist bei Angestellten nur für den Arbeitgeber Geld. Für die freiberuflichen Texter und Journalisten geht es um ihre eigene Zeit, also auch ums eigene Geld.) Was heißt diese Feststellung für freie Texter und Journalisten: Wenn ich ein Thema habe, bei dem ich mich nicht auskenne, brauche ich länger, um zu recherchieren. Bin ich aber Experte auf einem Gebiet, so benötige ich weniger Zeit und kann mehr Beiträge in der gleichen Zeit verfassen. Und das Wichtigste: Die Qualität der Beiträge leidet dennoch nicht. Ein weiterer Pluspunkt an einem Spezialgebiet ist folgender: Meistens bin ich ja nicht ohne Grund Experte auf einem Gebiet, sondern ich bin es, weil...

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