Einleitung: Die Idee hinter texten-im-web.com

Schreiben ist oft Leidenschaft. Das ganze freiberuflich zu tun, klingt dazu fast noch heroisch. Man fühlt sich zugehörig zu den Freigeistern, den Kreativen, hat aber dennoch ein Business. Viele Texter fühlen sich dazu berufen. Aber ist es auch ein Beruf mit dem man ein solides Einkommen erzielen kann? Damit meine ich nicht, Texte für ein paar Euros zu verkaufen und damit ein bisschen „nebenher“ zu verdienen. Ich spreche von einem richtigen Einkommen, einem von dem man leben kann.

Die Antwort auf diese Frage ist ein klares „Ja, aber“: Ja, aber man muss 1. das Handwerk des Schreibens beherrschen und 2. man muss sich verkaufen können.

Handwerk? Verkaufen? Klingt nicht nach freien, kreativen, heroischen Geistern

Oft wird das Schreiben guter Texte mit einem gewissen Talent gleichgesetzt. Wer dies dank rätselhafter Zufälle besitzt, kann auch schreiben. Diese Annahme ist aber falsch. Mit Sicherheit gilt: Sprachtalent ist absolut von Vorteil. Es besteht aber ein großer Unterschied, ob sich jemand schriftlich nett ausdrücken kann oder das Handwerk versteht. Dieser Unterschied trennt den talentierten Laien vom Profi.

Handwerk des Schreibens: Was steckt dahinter?

Symbolbild Werkzeug

Es gibt kommunikationstechnische Feinheiten, die einen Text so wirken lassen, wie er wirken soll. Das heißt: Für jeden Text gibt es eine Zielgruppe, die entsprechend anvisiert werden muss. Und gibt es eine Zielgruppe, so gibt es automatisch auch ein Ziel. Daher wurden die unterschiedlichen Darstellungsformen entwickelt. Diese zu kennen und in der richtigen Sprache der Zielgruppe umzusetzen, ist ein Teil des Handwerks.

Ich will das an einem Beispiel verdeutlichen: Die meistgenutzte Darstellungsform im Journalismus ist die Nachricht. Diese muss bestimmte Elemente beinhalten – Aktualität, allgemeines Interesse und einen formalen Aufbau. Allerdings muss die gewählte Ausdrucksform, Informationsauswahl und -aufbereitung die Zielgruppe berücksichtigen.

Das heißt: Eine Nachricht mit der gleichen Information als Inhaltsausgangspunkt wird vielleicht gleichzeitig in der Bild und in der FAZ abgedruckt. Während die Elemente Aktualität, allgemeines Interesse und formaler Aufbau gleich sein werden, unterscheidet sich die Aufbereitung der Nachricht in diesen beiden Medien jedoch deutlich. Das liegt an der Zielgruppenansprache.

Durch die Zielgruppe, hat sich auch das Ziel leicht verändert. Beiden ist gemein, dass sie eine breite Öffentlichkeit über Ereignis X informieren will. Allerdings kann die FAZ davon ausgehen, dass ihre Zielgruppe auch Hintergrundinformation zum Ereignis haben will. Diese zu liefern, ist somit Teil des Ziels. Die Zielgruppe der Bild erwartet hingegen einen kurzen, knappen Text, der zu allererst das Ereignis X auf den Punkt bringt, sowie ein spektakuläres Foto davon.

Was im Journalismus gilt, gilt auch bei allen anderen Arten der schreibenden Tätigkeit. Das fertige Produkt muss sein Ziel erreichen. Daran wird die (wirtschaftliche) Qualität der Arbeit bemessen. Will man einen Text verfassen, der ein Produkt verkauft, so muss man wissen, welche Kommunikationstechniken „ziehen“. Will man einen Text schreiben, der unter Google gefunden werden soll, so muss man wissen, nach welchen Begriffen (Keywords) die Zielgruppe sucht, in welcher Form und wie oft diese im Text vorkommen müssen usw.

Mit dem nötigen Handwerkszeug ist das Umsetzen eines solchen funktionierenden, zielorientierten Textes möglich.

So trocken diese Betrachtung auf die so freigeistig und kreativ anmutende Tätigkeit des Schreibens wirken mag, so positiv ist die Aussage, die dahinter steht: Wenn das Schreiben ein Handwerk ist, so ist es auch erlernbar. Und dazu kommt: Ein Texter, der das Handwerk beherrscht, kann seine kreative Kraft dadurch professionell ausschöpfen. Nichts Anderes tun auch die erfolgreichsten Autoren aller Textformen. Egal ob Journalist, Werbetexter, Bestseller-Autor oder Dichter – sie alle beherrschen ihr Handwerk und sprechen ihre Zielgruppe perfekt an.

Ich will schreiben! Wieso muss ich auch verkaufen können?

Kleingeld vor einem Kaffee

Was jetzt kommt, mag noch weniger nach freigeistiger oder kreativer Arbeit klingen, als es bereits der Handwerks-Aspekt tat. Als freiberuflicher Texter, der mit seiner Arbeit ein solides Einkommen erreichen möchte, muss man seine Arbeit auch verkaufen können. Denn von Texten, die sich nicht verkaufen, wird man nicht leben können…

Viele professionelle Schreiberlinge haben eine langjährige Ausbildung oder ein Studium absolviert oder sogar beides. Warum sollten sie dann für eine handvoll Euros pro Stunde arbeiten? Weil die Nachfrage den Markt bestimmt und weil es Texter wie Sand am Meer gibt? Mag sein. Dumping-Preise gibt es aber nicht erst seit gestern und wahrscheinlich wird es sie immer geben.

Allerdings wird es auch immer eine Nachfrage nach Qualität geben. Wer Texte sucht, die ein Ziel verfolgen, will damit meist Geld verdienen. Daher bestimmt für viele seriöse Unternehmen, Verlagshäuser oder Institutionen auch der Nutzen den Preis. Die Rechnung ist ganz einfach:

Gehen wir von einem Unternehmer aus, der ein Produkt um 1.000 Euro mit einem Verkaufstext bewerben will. Der Texter Anton Qualitätsmaier verlangt dafür 500 Euro, sein Kollege Thomas Schnellundbillig dagegen nur 10 Euro. Mit dem Text von Herrn Qualitätsmaier verkauft der Unternehmer 100 Mal sein Produkt, mit dem Text von Herrn Schnellundbillig nur 50 Mal.

Das heißt: Beim Angebot von Herrn Qualitätsmaier nimmt der Unternehmer 100.000 Euro ein und hat Kosten von 500 Euro. Das macht ein Plus von 99.500 Euro. Beim Angebot von Herrn Schnellundbillig hat der Unternehmer zwar nur 10 Euro an Kosten, aber auch nur 50.000 Euro eingenommen – also ein Plus von 44.990 Euro. Wenn ich der Unternehmer wäre, ich weiß, was mir lieber wäre…

Da ich nicht der Erfinder dieser Weisheit bin, gibt es diese Unternehmer/Verlagshäuser/Institutionen auch in der realten Welt. Die Entscheidungsträger kalkulieren ganz genau so und setzen daher lieber auf Texter, die ihr Handwerk verstehen.

Das Ziel von texten-im-web

Auf texten-im-web (kurz: tiw) will ich mein Know-How mit euch teilen. Ich will die Techniken des Schreibhandwerks so gut es mir möglich ist erklären und euch zeigen, wie man gute Auftraggeber findet.

Meine ersten tiw-Beiträge habe ich zu den Schwerpunkten „Thema finden“, „Artikel verkaufen, aber an wen“ und ähnlichen Themen geplant. In meiner ersten tiw-Artikel-Serie will ich Content-Plattformen im Netz testen. Dabei werde ich beschreiben, welche Honorare ich dort erzielen konnte und, ob es sich überhaupt lohnt, dort zu schreiben.

Zum Schluss noch eine Bitte

Falls du gute Tipps, Fragen, Wünsche, zusätzliche Informationen, Themenwünsche oder Anregungen für texten-im-web hast, bitte ich dich, mir einen Kommentar zu hinterlassen oder mir zu schreiben. Ich bin stets dafür offen.

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